Dank der zunehmenden Digitalisierung im Gesundheitswesen muss der Medikationsplan von Patientinnen und Patienten nicht mehr ausschließlich in Papierform mitgeführt werden. Er kann auch in der elektronischen Patientenakte (ePA) hinterlegt werden und steht damit im Bedarfsfall schnell und sicher zur Verfügung. Dieser Plan ist standardisiert als Bundeseinheitlichen Medikationsplan (Infos im Internet unter www.bundesgesundheitsministerium.de/medikationsplan). Damit können behandelnde Ärztinnen und Ärzte, beispielsweise bei einer Krankenhauseinweisung, schnell und direkt auf die aktuelle Medikamentenübersicht zugreifen. „Das erleichtert die Versorgung, spart Zeit und hilft dabei, die Medikation ohne Verzögerung – besonders in dringenden Notfällen - zu optimieren, aufeinander abzustimmen und gravierende Nebenwirkungen auszuschließen“, sagt Brigitte Ritter-Claas, Leiterin der Zentralen Notaufnahme im St.-Clemens-Hospital Geldern.

Auch Hausarztpraxen könnten dabei einen wichtigen Beitrag leisten, so die Notfallmedizinerin. „Wird der Medikationsplan dort regelmäßig eingepflegt und digital in der elektronischen Patientenakte hinterlegt, kann er bei einem Krankenhausaufenthalt über die Krankenkassenkarte von uns direkt im System eingelesen werden.“ 

Wer seinen Medikationsplan noch in Papierform nutzen muss, sollte darauf achten, ihn vollständig von seiner Arztpraxis ausdrucken zu lassen. Besonders wichtig ist dabei der gut lesbare QR-Code auf dem Plan oben rechts. Dies ermöglicht den Krankenhausmitarbeitenden, den Medikationsplan direkt einzuscannen und die Informationen fehlerfrei zu übernehmen. Ist der QR-Code unleserlich oder wurde er beim Ausschneiden des Dokuments entfernt, muss die Medikation häufig manuell erfasst werden. „Das kostet wertvolle Zeit“, so Ritter-Claas.

Ein aktueller und vollständig verfügbarer Medikationsplan hilft, Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle regelmäßig eingenommenen Medikamente bei der Behandlung berücksichtigt werden. „Es wäre wünschenswert, wenn sowohl Hausarztpraxen als auch Patientinnen und Patienten verstärkt auf diese digitale Hinterlegung des Medikationsplans hinarbeiten würden“, wünscht sich die Notfallmedizinerin aus dem St.-Clemens-Hospital. „Das würde nicht nur die Aufnahme in einer Notaufnahme enorm erleichtern, sondern auch der Sicherheit von Patientinnen und Patienten zugutekommen.“